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Im Bürgerzentrum der Stadt Hofheim waren die Vorsitzenden und Geschäftsführer der unterfränkischen Forstbetriebsgemeinschaften, als auch die Bereichsleiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten zusammengekommen, um auf die anstehenden Aufgabenstellungen der  Forstleute hinzuweisen. Diese sind: die bevorstehende Aufgabe der staatlichen Beförsterung in Kommunalwäldern, die Rechtslage der altrechtlichen Waldkörperschaften und die diesjährige Prognose der Schwammspinner- und Eichenprozessionsspinnerpopulation.

Der Rückzug des Staates aus der Beförsterung der Kommunlawäler über 200 Hektar ist politischer Wille, nun gehe es darum, dass jetzt sauber struktureiert wird, so erklärte Wolfgang Borst, welcher neben der Tätigkeit als Bürgermeister der Stadt Hofheim auch als Vorstandsvorsitzende der FVU fungiert. Wir müssen einen zeitlichen Plan bekommen, welches Amt sich wo und wann zurück zieht. Dies ist wichtig, dass sich die Forstbetriebsgemeinschaften entsprechend aufstellen können, sagte er. Der Appell an Staatsminister Helmut Brunner war ganz klar: Wir müssen rechtzeitig die Informationen bekommen, so dass sich die Forstbetriebsgemeinschaften personell und auch in ihrer Ausstattung darauf einrichten können, um die Aufgaben zu übernehmen, welche bisher die staatlichen Förster ausfüllten.

Herr Gotthard Schlereth, Vorsitzender der FBG Rhön-Saale lieferte hier einen exemplarischen Vortrag, dass Forstbetriebsgemeinschaften durchaus gut gerüstet sind, diese Aufgaben hervorragend zu meistern. Die vor zehn Jahren gegründete FBG betreut über 400 Mitgleider und eine Fläche von insgesamt mehr als 9200 Hektar. Im Jahr 2016 vermarktete die FBG über 30.000 Festmeter Holz mit einem Umsatz von zwei Millionen Euro. Die Marktsituation der FVU ist gestärkt, wir werden auch von den großen Playern wahrgenommen, so ist die Einschätzung von Gotthard Schlereth. Die Übernahme der Betriebsleitung und -ausführung im Kommunalwald sei eine große Chance für die unterfränkischen Forstbetriebsgemeinschaften, sich noch professioneller aufzustellen, so sagte Helmut Brunner. Der Übergang der betreffenden Kommunen aus der staatlichen Betreuung soll „für einen Zeithorizont bis 2025 „sozialverträglich“ ablaufen, zudem wird keine Kommune gegen ihren Willen vor 2019 aus der staatlichen Betriebsleitung entlassen sowie bei der 200-Hektar Grenze sogenannte Bewirtschaftungserschwernisse berücksichtigt werden.

Desweitern ergriffen die Vertreter der FVU die Chance, Herrn Stattsminister Helmut Brunner über die durchaus schwierige Rechtslage von altrechtlichen Waldkörperschaften zu informieren. Die mitunter sehr alten Waldkörperschaften sind vor der Einführung des Bürgerlichen Gesetzbuches entstanden und dadurch nicht an das heutige Rechtssystem angepasst. Aus diesem Grund kommt es bei der Führung solcher Körperschaften zu vielen praktischen Problemen, wie Komplikationen bei Bankvorgängen, Haftungsfragen bei der Waldarbeit oder sogar zur gänzlichen Handlungsunfähigkeit durch ungeklärte Besitzverhältnisse. Die genannten Hürden aus eignener Kraft zu überwinden ist für viele Waldkörperschaften nicht möglich. Zu diesem besonderen und dringlichen Problem wurde dem Staatsminister eine Petition von Herrn Borst (1. Vorsitzener FVU) und Herrn Mend (1. Bgm. der Stadt Iphofen) überreicht. Obwohl altrechtliche Waldkörperschaften vornehmlich in Unterfranken existieren, sichert der Staatsminister zu für diese Problematik nach einer deutschlandweiten Lösung suchen.

Bei der Bekämpfung des Schwammspinners und Eichenprozessionsspinners richteten sich die Augen ebenfalls auf den Bund. Die Zulassung für das Bekämpfungsmittel „Dimilin“ ist ausgelaufen und andere Mittel möchten wir nicht einsetzten, erklärte Wolfgang Borst. Dennoch ist die Gefahr groß, das es in diesem Jahr zu einem gravierenden Befall kommt. Staatsminister Helmut Brunner gab bekannt, das der Freistaat eine „Not-Zulassung“ beim Bund beantragt hat, der Witterungsverlauf der nächsten Wochen sei noch abzuwarten. Aus waldbaulicher Sicht ist der Einsatz des Mittels wichtig, da man angesichts des Klimawandels den Waldumbau hin zu mehr Eichen plant und dabei würde man durch die Schädlinge verursachte Schäden wieder zurückgeworfen.

Ein Highlight für die Forstbetriebsgemeinschaft Haßberge w.V. war die offizielle Vorstellung der proHolz Bayern Waldschilder durch den bayerischen Staatsminister. Die Aktion „Waldschilder“ soll auf anschauliche und informative Weise die Notwendigkeit und den Nutzen einer nachhaltigen Forstwirtschaft vermitteln und so das konfliktfreie nebeneinander aller Interessengruppen in unseren Wäldern zu fördern. Angesprochen werden mit dieser Aktion alle Besucher des Waldes. Durch den Link zur Website von proHolz Bayern und dem PEFC-Siegel werden die Waldbesucher angeregt, sich weiter über das Thema zu informieren. Durch die namentliche Nennung der Forstbetriebsgemeinschaft Haßberge w.V. soll der regionale Bezug hergestellt werden und der Bekanntheitsgrad erhöht werden.
 
Einzelheiten zur Petition können Sie hier entnehmen.
 
Weitere Fotos können Sie hier einsehen: Bild 1, Bild 2, Bild 3
 

 

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